15. April 2014

Von Prag nach Cuxhaven

4. Juli 2011: Neuenkirch – Baden – (City-Night-Line nach Prag)


Wir stehen etwa um 06.00 Uhr auf. Nach dem Frühstück und dem Haushalt ferientüchtig Machen sind wir abfahrbereit. Wir satteln unsere Velos. Walti, unser Wohnungsnachbar, verabschiedet uns und macht noch Fotos. Um 9.30 Uhr geht’s los. Wir fahren über Nottwil – Sursee auf den Surenweg. Bei der Badi Staffelbach machen wir unseren obligatorischen Kaffeehalt. Nachher geht’s weiter, zuerst in Richtung Aarau und dann in Richtung Suhr. An der Aare, an einem lauschigen Plätzli, machen wir Mittagshalt. Es ist sehr ruhig und idyllisch, aber leider stinkt es. Später überqueren wir die Aare mehrmals und kommen, auf oft sehr staubigen Strassen nach Brugg. Hier müssen wir wieder über die Aare, um die Einmündung der Reuss zu umfahren. So erreichen wir über Turgi und Untersiggental um 15.30 Uhr Baden. Wir suchen am Bahnhof eine Möglichkeit, unsere Velos einzustellen. Der Bahnhof wird neu gebaut, darum gibt es keinen Platz für unsere Räder. Wir wollen noch nicht in eine Beiz sitzen. Darum gehen wir auf die Suche nach einem schattigen Plätzli, denn es ist sehr heiss. Mit dem Lift fahren wir an die Limmat hinunter. Unter Platanen finden wir eine freie Bank. Peter geht nochmals in die Stadt hinauf, um Getränke und ein Brötli zu kaufen. Wir geniessen den ruhige Fluss der Limmat. Später fahren wir in die Stadt hoch und geniessen in der Altstadt einen Apero. In der Nähe des Bahnhofs, in einem Gartenrestaurant, essen wir zum Znacht einen Salat. Zeitig machen wir uns auf den Weg zum Perron. Bis Basel hat es sehr wenige Leute im Zug. In Basel steigen dann aber noch einige zu.
Velofahrt: 73 km / unterwegs: 4 h 30 min

5. Juli: Im Nachtzug Baden – Prag und Stadtbesichtigung


Wie das so ist mit Schlafen im Zug: Bis Fulda (00.30 Uhr) waren wir meistens wach und ab 05.00 Uhr waren wir bereits wieder munter. Vor dem Aussteigen lernen wir im Veloabteil zwei ältere Schweizer kennen, die mit antiken Militärvelos der Elbe entlang fahren möchten. Sie helfen uns beim Aussteigen, weil wir eine Station vor dem Hauptbahnhof den Zug verlassen, da unsere Pension in diesem Stadtteil liegt. So klappt alles wunderbar, nur das Finden unserer Pension Karnet entpuppt sich als etwas schwieriger. Anstelle von 1,8 km fahren wir rund 4 km. Unsere Pension liegt an einem Hang und unsere Zimmer im 3. Stock.
Nach dem Duschen fahren wir mit der U-Bahn zum Wenzelsplatz. Da beginnt unser Spaziergang zum Hradschin und wieder zurück. Wir geniessen die Stadt. Hat das viele Touristenhier! Besonders auf der Karlsbrücke ist fast kein Durchkommen. Wir geniessen unterwegs  ein Panin0, Nüsse, Bier, Orangensaft und im Weinberg am Hradschin ein Glas Wein. Nach dem Gang durchs Judenviertel suchen wir uns in der Nähe des Wenzelsplatzes ein Restaurant. Peter isst Gulasch mit Knödel und ich einen griechischen Salat. Dazu trinken wir Bier und Wein und zum Abschluss einen Kaffee. Auf dem Rückweg zur Pension geniesst Peter noch eine Glace. Wir sind müde vom langen Tag und gehen früh schlafen.

6. Juli: Prag – Roudnice


Wir haben beide sehr gut geschlafen. Leider haben wir das Frühstück erst auf acht Uhr bestellt. Wir essen im Garten. Es ist sehr fein. Der Gastgeber, Herr Teindl, geht auf alle unsere Wünsche ein. Nach dem Frühstück, dem Packen und dem Bezahlen erklärt er uns den Weg bis an die deutsche Grenze. Er gibt uns gute Ratschläge mit auf den Weg. Er meint, wir sollen den Weg der Moldau entlang fahren, auch wenn unser Radführer diesen als gefährlich einstuft. Seine Meinung ist: Benützt nicht  „Veloautobahnen“, sondern „biologische“ Radwege!
Kurz nach neun geht’s los. Wir finden den Einstieg gut und entscheiden uns, Herrn Teindls Vorschlag zu befolgen. Bei km 15, so etwa um 9.45 Uhr, geschieht es dann. Ich, Margrit, bin mit meinen Augen nicht auf dem Weg, sondern auf der Moldau und sehe einen im Boden eingelassenen grossen Stein nicht. Ich stürze unglücklich auf das Gesicht. Dabei schlage ich mir die Nase, die Ober- und Unterlippe und das Kinn auf. Auch im Mund muss ich eine Wunde haben. Zudem blutet es am linken Handgelenk und über der linken Achillessehne. Es schmerzt unsäglich. Peter tröstet und wäscht mich. Ich nehme Arnika und eine Schmerztablette.  Aber ich will weiter, zuerst fahrend, dann, als der Weg immer schmäler wird, schiebend. Am Ende des „gefährlichen“ Weges ist ein Restaurant. Im Spiegel auf dem WC kann ich mich anschauen. Ich sehe ganz und gar nicht schön aus. Ich lasse kaltes Wasser in den Mund fliessen, es macht höllisch weh! Aber so wird der Mund wenigstens sauber. Zum Glück habe ich keinen Zahn herausgeschlagen. Peter trinkt etwas, dann geht’s weiter. Es geht flott vorwärts. Zum Teil sind die Radwege ganz toll, zum Teil sind sie aber fürchterlich. Weil ich Angst vor einem weiteren Sturz habe, schiebe ich hie und da. Aber das Velofahren macht mir sonst keine Mühe, nur dass mir immer wieder Blut aus dem Mund fliesst und ich im Mund Schmerzen habe. Bei Melnik fliesst die Moldau in die Elbe. Wegen des Sturzes schauen wir aber Melnik nur von der Elbe aus an. Wir beschliessen, in Roudnice zu übernachten.
Nach einigem Suchen finden wir das Hotel Koruna. Wir bekommen ein Zimmer mit Frühstück für 53 Euros. Nach dem Duschen und der Pflege der Wunden gehen wir in die Stadt. Wir kaufen Joghurt und Actimel, damit ich nicht verhungere, denn vermutlich kann ich nicht beissen. Vor dem Schloss gehen wir in einer  Strassenbeiz zum Apero. Peter trinkt Bier und ich einen Weisswein mit Röhrli, anders geht es nicht. In Roudnice hat es ein rosafarbenes Augustinerkloster. Zum Nachtessen sitzen wir auf einer Terrasse mit einem schönen Blick auf die Elbe, über die Stadt und in die Berge. Ich versuche einen Salat zu essen, aber das geht nicht, also bleibe ich beim Trinken.
82 km / 5 h 30 min

7. Juli: Roudnice – Bad Schandau


Nicht nur Peter, auch ich habe recht gut geschlafen. Um 7.00 Uhr gibt es Frühstück. Mein Gesicht sieht besser aus als gestern, ist aber stärker geschwollen. Wir machen uns früh auf den Weg. Leider müssen wir feststellen, dass die Radwege in Tschechien nun wirklich nicht gut sind. Da es in der letzten Nacht geregnet hat, sind diese „Bio-Wege“ aufgeweicht und zum Teil sehr schlecht befahrbar. Wir wollen diesen matschigen Wegen ausweichen, und nehmen einen besseren Weg. Der führt aber ins Dickicht, in die Brennnesseln und ins Nichts. Bis Litomerice ist es fürchterlich zu fahren. Wir werden aber durch den Gesang der Lerchen für diese Unannehmlich-keiten entschädigt. Die Stadt ist sehr schön. Nachher werden die Wege immer besser. Zum Teil sind sie neu.
Wir treffen unterwegs immer wieder auf ein Ehepaar aus Dresden. Auch sie schimpfen über die Radwege. Um die Mittagszeit gehen wir in eine schöne Gartenbeiz zum Kaffee trinken. Unsere Aprikosen, die wir am Strassenrand für 35 Kronen gekauft haben, essen wir vorher an der Elbe. Peter kann es sich nicht verkneifen und bestellt sich einen Palatschinken mit Eis. Er sieht wunderbar aus, mit Heidelbeeren, Nüssen, Rahm und Eiskugeln. Bevor wir die Brücke in Decin überqueren, gehen wir nochmals etwas Kaltes trinken, denn es ist sehr heiss und die Hintern tun uns weh. Von da an sind die Radwege ausgezeichnet. Nach zehn km überqueren wir die tschechisch-deutsche Grenze. Nach weiteren zwölf km sind wir in Krippen. Da soll uns die Fähre ans andere Ufer bringen, aber, oh Wunder, sie fährt gerade nach Bad Schandau!!  So werden uns die letzten 2-3 km des Tages geschenkt. In Bad Schandau gehen wir auf Hotelsuche. Wir werden sehr schnell in der Pension Zum Roten Haus fündig. Hier bekommen wir ein Zimmer für 72 Euros mit Frühstück. Nach dem Duschen machen wir uns auf den Weg durch den Kurort. Wir sind ein wenig enttäuscht, dass es nicht mehr Strassenkaffees hat. Zum Nachtessen gehen wir zum Chinesen in einen „Biergarten“. Peter isst gebratene Ente mit acht Köstlichkeiten (Pilze, Tomaten, Rüebli, Peperoni, Lauch…).
90 km / 5 h 30 min

8. Juli: Bad Schandau – Dresden – Meissen – Strehla


Wir wurden in der Nacht von einem Gewitter geweckt. Leider gibt es erst um acht Uhr Frühstück. Also starten wir heute etwas später. Aber es erwarten uns ja heute bessere Radwege. Wir kommen sehr gut vorwärts. Es geht auf und ab. Wir fahren an der berühmten Bastei vorbei. Immer wieder beginnt es zu regnen. Bei der Stadt Wehlen verfehlen wir den Radweg und landen in der Landschaft zwischen Bahnlinie und Elbe. Peter geht den Feldwegen entlang weiter, und ich schiebe mein Velo wütend zurück. Er muss sein Rad mit allem Gepäck über einen Graben tragen, kommt mir dann auf dem richtigen Weg entgegen und muss feststellen, dass ich Recht hatte, als ich beim Abzweigen in den falschen Weg reklamierte. Nun geht es wieder gut voran. Leider haben wir oft Gegenwind. Zum Ärger mit dem Umweg kommt noch, dass mein Velocomputer ausfällt.
Ca. um 13 Uhr treffen wir in Dresden ein. Wir setzen uns auf die Brühlsche Terrasse zum Picknick. Nachher geht es auf einen kleinen Rundgang durch die Stadt. Unsere Ziele sind Frauenkirche, Augususstrasse, etc. Dresden kennen wir schon von einer vorherigen Radreise.
Weiter geht es auf der rechten Elbeseite Richtung Meissen. Dort, im Angesicht des Kirchenhügels, geniessen wir eine Cola  Zero. Beim Schloss Seusslitz nehmen wir die Fähre auf die andere Seite. Mit viel Gegenwind fahren wir nach  Riesa und dann nach Strehla. Wir beziehen unser  Zimmer im Gästehaus am Nixstein. Das Zimmer ist sehr schön, und die Wirtin ist ausgesprochen freundlich. Wir bezahlen 60 Euro mit Frühstückbuffet. Nach dem Duschen machen wir uns auf den Weg zum Restaurant Nixstein. Hier haben wir auf unserer Dresden-Velotour 2008 schon mal sehr fein gegessen und geniessen auch heute ein delikates Abendessen.
107 km /  7 h

9. Juli: Strehla – Torgau – Wittenberg


Nach dem feinen Nachtessen habe ich sehr gut geschlafen. Peter hatte etwas Mühe, ihm ist wohl das riesige Schnitzel aufgelegen. Das Frühstück mit Blick auf die Elbe mundete uns beiden. Zügig geht es los, immer Richtung Torgau. Wir haben wieder sehr oft starken Gegenwind, zwischendurch Seitenwind und leider ganz wenig Rückenwind. Vor Torgau kaufen wir noch Früchte und Milch ein.
Dann fahren wir ins Zentrum. Die Stadt Torgau ist sehr schön und spannend. Hier reichten sich 1945 die amerikanischen  und die russischen Truppen die Hände. Die Deutschen hatten zwar alle Brücken zerstört, aber die Soldaten kletterten über die Brückenruinen. Vorher hatten die Deutschen die Stadt geräumt und nur einige Gefangene zurückgelassen. Die Amerikaner und die Russen tauschten hier Gefangene aus. Viele deutsche Gefangene wurden nach Russland deportiert und kehrten viel später oder gar nie mehr zurück. Zu DDR-Zeiten muss in Torgau ein Stasi-Gefängnis gewesen sein. Zu diesem Thema findet im Schloss im Moment eine Ausstellung statt. Im Schlossgraben leben übrigens zwei Braunbären. Unten an der Elbe, beim amerikanisch-sowjetischen Denkmal, essen wir unsere Früchte. Nachher geht’s weiter.
Der Wind bleibt uns treu. Der Veloweg führt uns durch kleine, oft „ausgestorbene“ Dörfer, an oft bereits abgeernteten Feldern vorbei zu den Lausiger Teichen. Hier gönnt sich Peter ein Bad. Bei Pretzsch setzen wir mit der Fähre an das andere Ufer nach Mauken über. Weiter geht es nach Elster. Hier suchen wir ein Zimmer. Aber wir finden nichts. Frau Hiob von der Pension Hiob hilft uns weiter. Wir beschliessen, nach Wittenberg zu fahren. Mit Frau Hiobs Handy reservieren wir uns ein Zimmer im Gasthaus zur Elbe (empfohlen von Herrn Teindl in Prag). Also machen wir uns auf, die letzten 12 km für heute noch zu fahren. Wir finden unser Gasthaus, stehen aber noch auf der anderen Strassenseite, und die Ampel zeigt Rot. Da beginnt es heftig zu regnen. In ganz kurzer Zeit sind wir pflotschnass. Endlich haben wir Grün. Auf der andern Seite werden wir schon erwartet.  Schnell das Gepäck vom Velo und ab ins Trockene, ab ins Zimmer, unter eine warme Dusche und trockene Kleider anziehen. Das Gewitter ist sehr schnell vorüber. Wir versorgen unsere Velos und setzen uns in die Gartenbeiz. Wir haben beschlossen, hier zu essen und nachher in die Stadt zu gehen.  Das Zentrum ist ganz nah. Wir schauen uns die Stadtkirche und die Schlosskirche an. An der Stadtkirche hat ja Luther sein Manifest an die Kirchentür geschlagen. Natürlich steht da auch ein Denkmal von ihm. Beim Italiener gibt es für Peter noch einen feinen Eisbecher, ich trinke ein Weissweinschorle. Nachher geht’s zum Schlafen.
112 km /  6 h 15 min

10. Juli: Wittenberg – Dessau – Ronney vor Barby


Nach erholsamem Schlag gibt es um 07.30 Uhr ein einfaches, gutes Frühstück. Nachher können wir unser Gepäck noch im Zimmer lassen. Wir gehen für eine Stunde in die Stadt, wir wollen sie noch bei Tag anschauen. Es ist Sonntagmorgen und die Stadt ist leer gefegt. Gestern Nacht spielten in einem Innenhof noch die Hurensöhne und es war sehr laut, jetzt ist es ganz still. Auf dem Turm der Schlosskirche steht ein Spruch. Der lautet: Eine feste Burg ist unser Gott, eine gute Wehr und Waffen (Kirchenlied von Luther, angelehnt an den Psalm 46). Nach dem Stadtrundgang gehen wir zurück in unser Gasthaus, bepacken unsere Velos, und ab geht’s in Richtung Wörlitz. Wir wählen den Weg über die Felder. Natürlich hören wir wieder die Lerche, sehen die Goldammer und den Girlitz. Vor Dessau, in einer Beiz, im Biosphärenreservat, genehmigen wir uns einen Drink. Nachher geht’s weiter durch den Wald und nach Dessau.
Wir fahren zum Rathausplatz, kein Mensch da. Nachher fahren wir zum Bauhaus an die Gropiusstrasse. Wir sind etwas enttäuscht. Wir haben mehr erwartet von Gropius, Klee und Bauhaus. Wir fahren aus der Stadt hinaus auf den Radweg. Eigentlich möchten wir etwas essen, aber wir finden keine Bank. Also weiter, nach einem km auf die Fähre und weiter immer der Strasse entlang. Irgendeinmal, so etwa 20 km vor unserem Ziel, finden wir einen Rastplatz. Nach dem Essen beschliessen wir, nicht auf dem schlechten Veloweg, sondern auf der Strasse zu fahren. Es hat wenig Verkehr und es ist weniger anstrengend. Bei Steckby kommen wir an einer Radfahrerkirche vorbei. Natürlich machen wir hier einen kurzen Halt. Nachher geht es in den Wald, neun km auf einer Strasse, die sehr holprig ist. Das tut unserem Rücken und dem Hintern gar nicht gut. Als wir den schlechten Weg hinter uns gelassen haben, geht es auf der Landstrasse weiter. Jetzt kommen wir wieder zügig voran. Wir erreichen unser heutiges Ziel bereits um 16 Uhr. Der Himmel sieht nach einem Gewitter aus. Der Wind vertreibt aber das Gewitter. Wir übernachten in der Pension zum Fährmann in Ronney. Es ist ein sehr schönes Haus und sehr ruhig gelegen, da unser Zimmer auf die Elbe geht. Wir bezahlen 50 Euros mit Frühstück. Nach dem Duschen sitzen wir im Gartenrestaurant vom Fährhaus und geniessen ein Bier und ein Schorle. Das Nachtessen ist auf 18.30 Uhr bestellt. Darum gehen wir noch etwas an die Elbe und schauen hinüber nach Barby.
72 km / 4 h 30 min

11. Juli: Ronney – Magdeburg – Rogätz


Wir haben beide sehr gut geschlafen. In der Nacht hat es geregnet. Wir geniessen das feine Frühstück, bepacken unsere Velos und ab geht’s durch den Wald. In Dornburg treffen wir auf ein Schloss. Es gehört dar Familie Anhalt-Zerst. Hier wurde Katharina geboren, die spätere Zarin Katharine die Grosse. Die zweite Überraschung des Tages sind die zwei Kraniche, die wir in einer Wiese beobachten können. Später sehen wir noch Kiebitze, zwei Kornweihen und zwei Neuntöter.
Der Weg ist heute recht gut befahrbar und nicht zu holprig, aber oft etwas schmal. Dazu benötigen wir unsere volle Konzentration. Wir fahren durch Wälder, auf dem Deich und an riesigen Getreidefeldern vorbei. Um die Mittagszeit sind wir in Magdeburg. Bei einem Einkaufszentrum in der Stadt stellen wir die Velos ab, gehen etwas einkaufen und setzten uns auf eine Bank zum Essen. Dann machen wir eine Runde mit dem Velo in der Stadtmitte. Wir besichtigen den Dom und das tolle Hundertwasserhaus. Nachher geht es weiter über die Brücke, durch den Park, der Elbe entlang und über Land bis zur Doppelschleuse Hohenwarthe. Hier treffen wie auf den Elbe-Havelkanal der über die Elbe führt. Wir fahren eine kurze Zeit dem Kanal entlang, dann geht es an Feldern vorbei und durch Dörfer. Um nach Rogätz zu gelangen, benutzen wir die Fähre. In diesem Dorf finden wir sehr schnell eine private Übernachtungsmöglichkeit bei der Familie Braune, Zimmer mit Frühstück für 42 Euros. Peter kann sogar im Gartenbad schwimmen gehen. Hier haben wir keine eigene Dusche. Also schnell unter die Dusche, bevor die nächsten kommen. Nachher gehen wir ins Dorf und suchen uns eine Kneipe zum Essen. Im Restaurant Feldschlösschen setzen wir uns in die Gartenbeiz.  Nach dem Essen gehen wir noch kurz an die Elbe und dann zum Schlafen.
80 km / 5 h

12. Juli: Rogätz – Tangermünde – Havelberg


Heute Morgen werden wir von den Vögeln und den Hähnen geweckt, so wie es auf dem Land sein soll. Nach dem tollen Frühstück machen wir uns auf den Weg. Es ist noch nicht acht Uhr. Wir kommen sehr schnell vorwärts. Der Wind ist uns hold. Wir fahren durch eine wundervolle Auenlandschaft, die magdeburgische Börde. Vor 10.30 Uhr sind wir in Tangermünde. Das ist eine Kaiser- und Hansestadt. Viele Häuser sind aus Backstein gebaut. Wir schieben unsere Velos durch das Stadttor in die Altstadt. Es hat viel Türme und auf fast auf jedem Turm hat es mindestens einen Storch: Eine sehenswerte, hübsche alte Stadt.
Am Stadtausgang kaufen wir beim Lidl ein. Nachher geht’s weiter, auf die Suche nach einem gemütlichen Essensplatz. Es braucht wie immer einige Zeit, bis wir einen finden. Nachher geht’s weiter über Arneburg, das wir auf einer Berg- und Talfahrt erreichen. Hier gehen wir einen Kaffee und Wasser trinken. Beim Gang aufs WC merke ich, dass ich meinen ganzen Schmuck bei der Familie Braune vergessen habe. Ich telefoniere und mache mit Frau Braune ab, dass ich mich dann schriftlich aus der Schweiz melde und sie mir dann den Schmuck schicke. Nachher geht’s rassig weiter. Der Himmel sieht nicht so toll aus. Peter glaubt es donnern zu hören. Wir fahren über Land und durch kleine Dörfer meistens auf einem guten Veloweg oder auf wenig befahrenen Landstrassen. Bei Büttnershof setzen wir mit der Fähre nach Sandau über. Unser Tagesziel ist Havelberg. Da finden wir sofort eine Unterkunft ohne Frühstück für 40 Euros. Nach dem Duschen gehen wir über die Brücke in die Altstadt. Zuerst geniessen wir einen Apero, nachher geht’s auf einen Rundgang. Wir steigen zum Dom hoch, da hat man einen schönen Ausblick auf die Havel. Havelberg ist sehr sehenswert. Wir gehen zum Griechen zum Nachtessen und dann zeitig zum Schlafen.
82 km / 5 h

13. Juli: Havelberg – Wittenberge – Hitzacker


In unserer kleinen Wohnung haben wir gut geschlafen. Zum Frühstück fahren wir zur Tankstelle, wo unsere Logis-Vermieterin arbeitet. Wir trinken Kaffee und Milch. Peter isst ein Panino. Nachher geht’s los. Wir haben meistens einen tollen Rückenwind. Wir fahren zwischen der Havel und der Elbe. Wir sehen riesige Schwärme von Graugänsen. Nach dem Zusammenfluss der Havel und der Elbe müssen wir Umwege machen wegen gesperrter Strassen. Wir fahren meistens auf der Landstrasse. Kurz vor Wittenberge, bei einer Umleitung, die über eine Pontonbrücke führt, treffen wir eine Familie, die in der Nähe von Havelberg wohnt. Sie gibt uns den Tipp, bis nach Hitzacker zu fahren und dort im Schiller zu übernachten.
Wittenberge finden wir nicht so toll. Wir empfinden es als eine alte DDR-Stadt, die sich nicht entwickelt hat. Wir fahren weiterhin oft mit Rückenwind. Wenn die Strasse auf dem Damm schlecht ist, fahren wir auf der parallel dazu verlaufenden Landstrasse. Um 11.30 Uhr teilen wir uns unsere restlichen Früchte, eigentlich wollten wir in Wittenberge einkaufen, fanden aber keinen Laden. In Lenzen sehen wir im Bootshafen eine kleine Kneipe auf dem Wasser. Da gibt’s geräucherte Forelle mit Pommes für 9 Euro 50. Da kann Peter natürlich nicht widerstehen. Ich trinke eine Milch. Nachher geht’s rasant weiter, denn der Himmel wird wieder mal dunkel. In Dömitz treffen wir die beiden Schweizer mit den Militärvelos. Wir tauschen unsere Erfahrungen aus. Nach weiteren 24,5 km, nicht sehr schnell – Der Wind hat gewechselt und einigen Regentropfen fallen vom Himmel – kommen wir zur Fähre, die uns nach Hitzacker bringt. Von der Fähre aus telefoniert Peter ins Gäsehaus Schillers und reserviert uns ein Zimmer. Kurz vor dem Anlegen beginnt es zu regnen. Wir bekommen im Schillers die Suite für 68 Euros mit Frühstück. Nach dem Duschen gehen wir ins malerische Städtchen. Es ist Schützenfest (Kilbi). Aber es ist nicht so viel los. Zum Nachtessen gehen wir auf den Festplatz. Es regnet nicht mehr und wir können draussen essen. Nachher geht’s zurück in unsere Unterkunft zum Schlafen. Wir hören später noch das festliche Treiben am Schützenfest.
110 km / 6 h

14. Juli: Hitzacker – Boizenburg – Lauenburg – Geesthacht


Wir haben in unserer Suite sehr gut geschlafen. Wir machen alles für die Abfahrt bereit, denn das Frühstück gibt es erst um acht Uhr. In Schillers Café im arabisch-indischen Stil wird das Frühstück serviert. Es ist sehr vielfältig und fein. Der Besitzer und Wirt ist Fan vom Restaurant Schiller in Luzern und möchte sein Haus ähnlich einrichten.
Das Wetter ist besser als gestern Abend. Die ganze Nacht hat es immer wieder geregnet. Wir starten, zuerst runter zur Fähre. Da müssen wir etwas warten. Schliesslich sind mehr als 10 Personen und Velos auf der Fähre. Heute meint es der Wind nicht so gut mit uns. Wir haben saumässigen Seiten- oder Gegenwind. In Boizenburg gehen wir, weil der Wind gar garstig ist, in einem Restaurant etwas essen. Dann geht’s weiter, über den Elbberg, nach Lauenburg. Hier überqueren wir die Elbe. Wir sehen ein Einkaufszentrum und decken uns mit neuem Proviant ein. Linkselbisch fahren wir weiter. Wir kommen recht gut voran, trotz Seitenwind. Wir sind auf der Suche nach einer Unterkunft, finden aber nichts. Bei Rönne überqueren wir die Elbe und fahren nach Geesthacht. Hier finden wir ein Zimmer am Fährstieg. Nach dem Duschen gehen wir ins Restaurant zum Essen. Wir gehen heute früh schlafen, denn mit dem vielen Gegenwind war es ein strenger Tag.
76 km / 5 h

15. Juli: Geesthacht – Hamburg – Cranz


Beim Erwachen ist draussen alles grau in grau. Es hat in der Nacht geregnet. Wir packen und gehen zum Frühstück. Wir geniessen es ausgiebig. Als wir los fahren, regnet es nicht, aber es ist recht kalt. Wir kommen gut voran. Die Einfahrt in Hamburg ist nicht so toll, die Durchfahrt noch weniger. Einige Strassen sind wegen Bauarbeiten nicht passierbar. Kurz vor dem Bahnhof kaufen wir beim Türken noch eine Melone. Nach dem Bahnhof gehen wir in die Fussgängerzone. Da beginnt es grauenhaft zu schiffen. Wir stehen beim Saturn unter. Nach einiger Zeit lässt der Regen etwas nach und wir können weiter. Wir fahren zum Rathaus und wollen von da runter zur Elbe. Aus unerklärlichen Gründen haben wir aber Mühe, den Weg zu finden. Wir wollen über die Elbe nach Finkenwerder und bekommen die Information, dass das bei der Teufelsbrücke geht. Wir finden aber schon vorher, beim Fischmarkt, eine Schiffshaltestelle, an der ein Boot nach Finkenwerder geht. Wir kaufen Fahrkarten und schon bald kommt ein Schiff. Es beginnt wieder, heftiger zu regnen und auch zu stürmen. Wir sind froh, dass wir auf dem Schiff sind, draussen ist es grau und stürmisch. Als wir in Finkenwerder ankommen, regnet und windet es weiterhin. Wir beschliessen aber. trotzdem loszufahren. Der weitere Weg ist schlecht gekennzeichnet. Wir müssen uns durchfragen, um auf den Radweg zu kommen. Trotz Regen und Sturm beschliessen wir bei der Umfahrung der Airbus Flugzeugwerke, den Regenschutz auszuziehen, denn er behindert uns bei diesem Wind zu stark. Weil eine Brücke über einen Este-Kanal gesperrt ist, müssen wir einen Umweg fahren. Über eine hundsmiserable Holperstrasse kommen wir auf eine nächste Brücke bei Cranz und werden zum Deich zurückgeführt. Da sehen wir das Hotel Zur Post. Wir beschliessen, bei diesem Wetter nicht mehr weiter zu fahren. Für 50 Euros bekommen wir eine Einzimmerwohnung mit Garten und Kanalblick, aber ohne Frühstück. Weil es noch nicht so spät ist, haben unsere nassen Sachen genügend Zeit, bis morgen zu trocknen. Wir hoffen auf besseres Wetter. Als der Regen etwas nachlässt, machen wir noch einen kleinen Spaziergang an den Cranzer Hauptdeich. Wir sehen auch, wo es morgen weitergeht. Wir essen in der Post sehr gut mit einem tollen Blick auf den Kanal. Gut, dass wir nicht mehr weitergefahren sind.
56 km / 4 h

16. Juli: Cranz – Stade – Otterndorf – Cuxhaven


Nach einer sehr guten Nacht in unserem schönen Zimmer in den Klappbetten sind wir um sechs Uhr aufgestanden. Da es ja hier kein Frühstück gibt, fahren wir bereits vor sieben los. Siehe da, nicht nur das Wetter, auch der Wind meint es mit uns gut. Da zudem die Strasse sehr gut ist, kommen wir toll vorwärts. Um zehn Uhr sind wir bereits in Stade. Vorher haben wir an einer Tankstelle bereits Kaffee getrunken. In der Altstadt von Stade geniesst Peter ein Handwerker-Frühstück, ich Orangensaft und Kaffee, Milch haben sie keine. Nachher geht’s weiter auf und neben dem Damm. Die Landschaft wird immer eintöniger. Bei Krautsand können wir den geraden Weg nehmen, weil das Sperrwerk bei Wischhafen offen ist. Ab diesem Sperrwerk verkehrt eine Autofähre nach Glückstadt. Wir kommen schneller vorwärts als an allen andern Tagen. Nach Freiburg kommen wir auf eine pièce de résistance. Wir fahren einem Deich entlang, immer die gleiche Landschaft, keine Hügel. Nach der Hälfte, zehn km, wechseln wir die Seite. Jetzt sehen wir wenigstens zusätzlich die Elbe, und die Flora sieht auch etwas anders. In Otterndorf planen wir zu übernachten. Da wir aber so früh dran sind, beschliessen wir hier nur Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen (Peter). Also weiter in Richtung Cuxhaven. Der Wind bläst ja immer noch aus der richtigen Richtung. Um 16.00 Uhr treffen wir an unserem Ziel ein. Über eine Stunde suchen wir ein Zimmer. Zuerst finden wir keines, entweder ist alles besetzt oder es öffnet erst um 18.00 Uhr. So beschliessen wir, uns ein teureres Hotel zu leisten. Wir schlafen zwei Nächte im Hotel Stadt Cuxhaven.

Nach dem Duschen gehen wir zum Hafen. Es ist Rummel und sehr viel los in der Stadt. Wir gehen aufs Riesenrad, trinken da und dort etwas und bleiben bei einer Bühne hängen. Hier wird Musik aus den 70er Jahren gespielt. Später wechseln wir den Platz noch, wir „geniessen“ Skipistendisco. Nicht so früh wie sonst gehen wir schlafen.
118 km / 6 h 30 min

17. Juli: Cuxhaven – Helgoland – Cuxhaven


Wir schlafen sehr gut und auch etwas länger. Das Frühstücksbuffet ist reichhaltig. Draussen regnet es Bindfäden. Wir ziehen uns wetterfest an und laufen zum Bahnhof. Hier müssen wir erfahren, dass das Personal der Metronom Eisebahngesellschaft, die die Bahnlinie bis Hamburg betreibt, seit längerer Zeit streikt. Ein Mann berät uns. Wir lösen eine Fahrkarte, mit der wir über Bremerhaven und Buxtehude mit der DB nach Hamburg kommen. Nachher gehen wir im Regen zum Frachthafen. Wir lösen eine Fahrkarte nach Helgoland und können gleich an Bord gehen. Wir hoffen, dass es auf der einzigen Hochseeinsel Deutschlands besser Wetter ist. Wir finden einen Platz am Fenster im Oberdeck. Um 10.30 Uhr fährt das Schiff los. Die See ist nicht so ganz ruhig, Peter wird es aber nicht schlecht. Das Wetter wird auch immer besser und je näher wir Helgoland kommen, umso blauer wird der Himmel. Wir überholen ganz viele Lastschiffe und auch ein Kreuzfahrschiff. Kurz vor ein Uhr kommen wir in Helgoland an. Die Insel ist sehr viel kleiner, als wir uns das gedacht haben. Ihre Länge beträgt nur 1,5 Km. Wir werden über kleine Boote ausgeschifft, weil die Schiffe nicht im Hafen anlegen dürfen. An Land machen wir uns auf den Weg, die Insel zu durchqueren, auf zur Klippenwanderung. Wir können verschiedene Vögel beobachten. Besonders gefallen uns die Basstölpel, die Silbermöwen, die Trottellummen und die Dreizehenmöwen. Nachher bummeln wir noch durch die Souvenirläden, gehen eins trinken und lassen uns auf das Schiff hinaus fahren. Die Rückfahrt verläuft sehr ruhig. Die Wellen sind fast verschwunden. Die Fahrgäste sind müde, viele schlafen, auch ich.
Zurück im Hotel wechseln wir die Kleider und die Schuhe, machen uns frisch und gehen zum Nachtessen.

 

18./19. Juli: Am und im Wattenmeer und dann Cuxhaven – Hamburg – Nachtzug nach Basel


Das Wetter scheint heute besser zu sein als gestern. Nach dem Duschen beginnen wir zu packen und gehen dann zum Frühstück. Wir können unser Gepäck noch im Hotel lassen. Mit dem Velo fahren wir ans Wattenmeer, an Döse vorbei nach Duhnen. Hier ist es sehr mondän. Wir stellen unsere Velos an ein Geländer und schliessen sie fest. Wir versuchen an den Strand zu kommen. Aber dazu bräuchten wir eine Kurkarte. Wir haben aber keine. Also sollten wir eine Tageskarte lösen. Das wollen wir aber nicht. Mein Einwand, dass wir nur eine Wattenmeerwanderung machen möchten, gilt nicht als Argument. Die junge Frau meint, dass könnte ja jeder sagen. Wir gehen weiter und versuchen es bei einem jungen Mann. Ich zeige ihm unsere Hotelrechnung. Er hat ein Einsehen und lässt uns an den Strand. Die Hotelrechnung ist für ihn die Bestätigung, dass wir keine Tagestouristen sind. Also runter an den Strand, die Schuhe ausgezogen und rein ins Wasser. Brr.. ist das kalt. Der Boden ist recht schlüpfrig und oft sehr weich. Zwischen den Zehen drückt es den Schlick hoch, ein eigenartiges Gefühl. Wir sehen viele Wurmhaufen und auch einige Muscheln. Es ist seltsam, hier zu laufen, wenn man denkt, in einigen Stunden ist hier tiefes Meer. Wir laufen recht weit hinaus. Wir sehen auch Pferde, die mit ihren Reitern durch das Watt galoppieren. Nach einiger Zeit kehren wir um. Unsere Füsse werden immer kälter. Wir haben Glück. Bevor wir an Land kommen, hat es einige tiefere Wasserlachen, darin können wir unsere Füsse waschen. Wir laufen durch den Sand auf die Düne, setzen uns auf eine Bank und entsanden unsere Füsse. So, nun ist aber Kaffee trinken angesagt. Wir laufen zu unseren Rädern zurück und beschliessen, noch etwas weiter dem Strand nachzufahren. Wir fahren bis nach Salenburg. Das ist weniger mondän. Leider beginnt es zu regnen und zu stürmen. Doch bald hört es wieder auf. Am Ende des Dorfes finden wir eine Bank zum Mittagessen. Wir trocknen sie ab und geniessen Kirschen aus dem alten Land, Zuckeraprikosen aus der Türkei und Bananen. Doch bevor wir mit Essen fertig sind, beginnt es wieder heftig zu regnen. Wir stellen uns im Wald unter. Nach einiger Zeit lässt der Regen wieder nach. Wir trocknen unsere Sättel und fahren ins Dorf zurück. Im letzten Kaffee an der Strandpromenade gehen wir einen Kaffee trinken. Hier können wir ein wenig trocknen. Wir fahren weiter bis zur Aussichtplattform bei der Duhner Heide. Wir steigen hinauf, werfen ins Fernrohr einen Euro und sehen ins Watt hinaus. Leider sehen wir, wie erhofft, keine besonderen Vögel. Beim Weiterfahren entdecken wir dann aber noch Austernfischer. Wir fahren zurück nach Cuxhaven. Bevor wir im Zentrum sind, beginnt es schon wieder zu regnen. Bei einem Bushäuschen stehen wir unter. Nach dem Regenguss fahren wir weiter. Wir wollen in die Lotsenstrasse in ein Fahrradgeschäft. Peter braucht einen neuen Reifen. Wir finden den entsprechenden Reifen und Peter lässt ihn gleich montieren. Draussen regnet es wieder. Bis das Velo bereit ist, gehen wir zum Italiener nebenan zum Espresso. Das Wetter macht, was es will. Sonne, dann wieder Regen und auch sehr viel Wind. Nach einer halben Stunde können wir Peters Velo holen. Kaum sind wir aber auf der Strasse, regnet es wieder und ein heftiger Windstoss lässt die Stühle und Tische beim Italiener kreuz und quer fallen. Mich wirft es fast vom Velo. Uns hängt es langsam aus. Es ist nun das vierte Mal, dass wir heute nass werden. Der Blick zum Himmel sagt uns, dass das Wetter heute nicht mehr besser wir. Wir fahren zum Hotel, holen unser Gepäck und fahren zum Bahnhof. Wir steigen in den nächsten Zug, der uns auf den angekündigten Umwegen nach Hamburg bringt. So erreichen wir Hamburg zwei Stunden früher als geplant. Das Wetter hier ist viel besser. Wir nehmen es gemütlich und setzen uns ins Restaurant Capri vis-à-vis des Bahnhofs. Hier haben wir bei der letzten Velotour mit Endziel Hamburg übernachtet. Damit wir in der Nacht nicht „verhungern“, isst Peter eine Pizza und ich einen Salat. Frühzeitig gehen wir auf den Bahnhof. Die Zeit, bis unser Zug kommt, vergeht langsam. Als er einfährt, stellen wir fest, dass er von Kopenhagen kommt und bereits sehr voll ist. Es ist sehr mühsam einzusteigen. Es ist nicht ein gewohnter City Nightline, sondern ein gewöhnlicher Zug mit Sechserabteilen. Unsere Plätze sind besetzt, weil andere zusammensitzen wollen. Also müssen wir andere wegschicken, damit wir auch zu einem Platz kommen, wenn auch in einem andern Abteil. An Schlaf ist da gar nicht zu denken. In Fulda bleibt der Zug zwei Stunden stehen. In Frankfurt haben wir eine Stunde Verspätung. Die Begründung lautet, wir hätten in Fulda auf den Anschlusszug aus Russland warten müssen. Nun ja, wir erreichen Basel doch noch, steigen um und „landen“ so zu Hause.